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Kia Seltos 1.6 Turbo: 100% Benzin ohne Elektrounterstützung

Grauer Kia Seltos SUV mit LED-Scheinwerfern in modernem, hellem Ausstellungsraum stehend.

Der 1.6-Turbo im Kia Seltos kommt ohne elektrische Unterstützung aus. 100% Benzin.


Der neue Kia Seltos ist nun endlich in Portugal angekommen. Weltweit zählt er zu den zweitmeistverkauften Modellen der Marke – und trifft hier auf ein extrem dicht besetztes Umfeld. Ein Teil dieser Konkurrenz steht dabei sogar im eigenen Haus.

Innerhalb der Kia-Palette gibt es nämlich zwei starke Alternativen: den K4 als Kombi sowie den Sportage, einen SUV, der kaum noch vorgestellt werden muss. Der eine punktet mit deutlich mehr Platz und einem spürbar niedrigeren Preis, der andere ist etwas grösser, aber eben auch kostspieliger.

Der Seltos positioniert sich dazwischen. Nach einer Woche mit dem Wagen wirkt er keineswegs wie ein Modell, das im Schatten seiner „Geschwister“ stehen müsste. Warum das so ist, erkläre ich in den nächsten Abschnitten.

Wirkt elektrisch – ist es aber nicht

Beim Kia Seltos spielt das Design eine grosse Rolle. Nicht, weil es ihm an anderen Qualitäten fehlen würde – dazu gleich … –, sondern vor allem, um sich klarer vom grösseren Kia Sportage abzugrenzen.

Im Vergleich zum Sportage fällt er in allen Dimensionen minimal kompakter aus. Den grössten Unterschied macht jedoch die Karosseriegestaltung: kantigere, markantere Linien, offensichtlich mit dem Ziel, Familien anzusprechen, die ein SUV mit betont robustem Auftritt suchen.

Dazu kommen Details, die er sich sichtbar bei den Elektro-Geschwistern abgeschaut hat – etwa versenkbare Türgriffe. Zusammen mit weiteren Karosserieelementen rückt das den Seltos optisch in Richtung E-Auto-Welt, wobei er technisch kaum weiter davon entfernt sein könnte.

Am Heck sind keine Auspuffendrohre zu sehen, die betont kräftige Anmutung bleibt aber auch dort erhalten. Positiv: Keine dieser Designentscheidungen geht zulasten des Raumangebots. Und mit 4,4 m Länge ist der Seltos ohnehin alles andere als kurz.

Solide Qualität und ebenfalls viel Platz

Kia baut keine schlechten Innenräume. Die Materialauswahl ist stimmig (mehr aber auch nicht), wirklich beeindruckend ist jedoch die Verarbeitungsqualität. Im Seltos wirkt alles fest, solide und langlebig. Wer einsteigt, merkt schnell, was damit gemeint ist.

Gestalterisch ist der Innenraum spannender als etwa beim Nissan Qashqai, der insgesamt zurückhaltender auftritt, oder beim Volkswagen T-Roc, der schlicht „deutscher“ wirkt. Im direkten Vergleich zur eigenen Familie fehlt dem Seltos zwar etwas vom Feinschliff des Sportage, die wahrgenommene Robustheit passt aber.

Das Cockpit kombiniert zwei 12,3″-Displays: eines für die Instrumente und eines für das Infotainment. Beide bieten eine saubere Darstellung und lassen sich unkompliziert sowie flott bedienen.

Zwischen diesen Bildschirmen sitzt zusätzlich ein 5,3″-Display für die Klimatisierung. Der Haken: Es wird teilweise vom Lenkrad verdeckt. Praktisch ist deshalb, dass Kia physische Tasten für Temperatur und Luftstrom beibehalten hat – im Alltag deutlich besser, als alles nur über den Touchscreen zu regeln.

Vorn reisen zwei Erwachsene ohne Platzstress. Hinten ist die Beinfreiheit grosszügig, die Kopffreiheit fällt bei Mitfahrenden über 1,80 m jedoch knapper aus. Drei Erwachsene passen nebeneinander, auch wenn der Mitteltunnel dem Passagier in der Mitte etwas Fussraum wegnimmt.

Bei der Ausstattung ist das Angebot in beiden Varianten umfangreich – egal ob als Sport (33 990 Euro mit Kampagne) oder als besser bestückte X-Line (39 490 Euro mit Kampagne). Zur Topversion würde ich im Grunde nur dann greifen, wenn die Automatik wirklich gesetzt ist. Und wenn das Budget es hergibt, dürfte genau das für viele attraktiv sein.

Präzise, komfortabel und mit Appetit

Ein echtes Highlight des Kia Seltos ist der Antrieb. Von „klein“ kann hier keine Rede sein: Es handelt sich um einen 1.6 Turbo-Vierzylinder mit 180 cv – komplett ohne elektrische Unterstützung. Dieser Motor gehört weltweit zu den am häufigsten eingesetzten Aggregaten im Hyundai Motor Group-Konzern.

Er liefert spürbar Durchzug und ist sehr präsent, verlangt dafür aber auch nach Kraftstoff. Angegeben sind 7,0 l/100 km, die Emissionen liegen bei bis zu 158 g/km CO₂. In der Stadt solltet ihr mit 7,7 l rechnen, auf der Landstrasse sind auch Werte unter sechs Litern möglich. Am Ende entscheidet, wie schwer der rechte Fuss ist.

In diesem Zusammenhang fällt auf: Zwischen Gaspedal und Getriebe gibt es eine kleine Reaktionslücke. Im Sport-Modus verschwindet sie, im Normalmodus braucht es etwas Gewöhnung bzw. vorausschauendes Fahren. In dieser Disziplin sind die DSG-Getriebe von Volkswagen weiterhin im Vorteil.

Trotzdem bleibt beim Fahren der Eindruck, jederzeit genügend Leistung parat zu haben. Den Sprint von 0 auf 100 km/h erledigt der Seltos in 8,8 Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 208 km/h. Und im Alltag fast wichtiger: Auf der Autobahn lassen sich ohne grosse Mühe hohe Reisegeschwindigkeiten halten.

Abseits des Motors gibt es ebenfalls Pluspunkte, insbesondere bei Geräuschkomfort und Federung. An den Sportage reicht er nicht ganz heran, aber der Abstand ist deutlich kleiner, als man erwarten könnte.

Wenn das Tempo steigt, wirkt der Seltos zudem etwas „freier“ und agiler. Er bleibt stets berechenbar, macht am Lenkrad aber einen Tick mehr Freude – obwohl hinten eine Verbundlenkerachse arbeitet. Ohne Hinweis hätte ich das nicht herausgelesen; die Abstimmung passt.

Weder teuer noch günstig

Kia ist sich bewusst, dass der Seltos preislich weder als Schnäppchen noch als Luxusangebot durchgeht – besonders dann nicht, wenn man die aggressiven Einstiegspreise einiger chinesischer Marken mit einbezieht. Vermutlich auch deshalb wird der Seltos mit einer sehr üppigen Serienausstattung positioniert.

In diesem Artikel gehen wir auf einen Teil dieser Serienausstattung ein. Insgesamt lässt sich Kia die bekannte Vertrauensbasis seiner Produkte bezahlen: Der Motor gilt als robust, die technischen Lösungen sind längst erprobt (Plattform des Niro), und auch fahrdynamisch gibt es kaum Anlass zur Kritik.

Ein Fahrzeug wie das von mir getestete liegt bei 42.000 Euro. Kia fährt jedoch häufig Aktionen, die den Preis dieses Seltos auf unter 40.000 Euro drücken können. Mit Blick auf das, was das Modell bietet, ist das durchaus fair.

Urteil

Technische Daten

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