Die Autoridade Nacional de Segurança Rodoviária (ANSR) hat den Bericht „Unfallgeschehen nach 24 Stunden und Strassenverkehrskontrollen“ für 2020 veröffentlicht.
Mobilität und Gesamtbilanz 2020
Im Mittelpunkt des Berichts stehen die Veränderungen bei der Mobilität infolge der restriktiven Massnahmen und Lockdowns der Regierung, die das Unfallgeschehen im portugiesischen Strassenverkehr spürbar beeinflusst haben.
Unter dem Strich führte dieser Effekt – insgesamt betrachtet – auf dem portugiesischen Festland im Vergleich zu 2019 zu besseren zentralen Kennzahlen:
- Weniger 9203 Unfälle (-25,8%);
- Weniger 84 Verkehrstote (-17,7%);
- Weniger 472 Schwerverletzte (-20,5%);
- Weniger 12 496 Leichtverletzte (-28,9%).
Für 2020 wurden auf dem Festland insgesamt 26 501 Unfälle mit Verletzten registriert. Daraus resultierten 390 Verkehrstote, 1829 Schwerverletzte und 30 706 Leichtverletzte.
Obwohl der Kraftstoffverbrauch im Strassenverkehr um rund 14% zurückging – als Folge der Mobilitätsbeschränkungen zur Eindämmung der COVID-19-Pandemie –, fielen die Rückgänge bei Unfällen und deren Folgen noch deutlicher aus. Nach Angaben der Behörde deutet dies auf „eine globale Verbesserung aller Indikatoren des Unfallgeschehens über das in einer Lockdown-Phase Erwartbare hinaus“ hin.
Ohne Pandemie: 1. Januar bis 18. März 2020
Ohne die Pandemie zu berücksichtigen zeigte sich auch im Zeitraum vom 1. Januar bis zum 18. März 2020 (Beginn des ersten Lockdowns) gegenüber dem Vergleichszeitraum eine generelle Abnahme der Unfallzahlen:
- Weniger 424 Unfälle (-6,2%);
- Weniger 22 Verkehrstote (-22,0%);
- Weniger 41 Schwerverletzte (-9,6%);
- Weniger 536 Leichtverletzte (-6,5%).
Kontrollen
Im Jahr 2020 wurden mehr als 112,8 Millionen Fahrzeuge kontrolliert (Anstieg um 19,4%). Diese Entwicklung ist auf eine Ausweitung der Radarsysteme im SINCRO-Netz (+23,0%) sowie auf einen Zuwachs von 103,5% bei den Radaranlagen der Stadtpolizei Lissabon zurückzuführen.
Im Rahmen dieser Massnahmen wurden über eine Million zweihunderttausend Verstösse festgestellt – das entspricht einem Rückgang von 6,5% gegenüber 2019.
Die Verstösserquote (Gesamtzahl der Verstösser/Gesamtzahl der kontrollierten Fahrzeuge) lag bei 1,1%, was eine Reduktion um 21,7% im Vergleich zu 2019 bedeutet.
Bei der Art der Verstösse entfiel der grösste Anteil auf Geschwindigkeitsüberschreitungen (62,9%).
Unfallgeschehen
Unfallart:
- Kollisionen waren die häufigste Unfallform (51,1% der Unfälle, 43,6% der Schwerverletzten und 55,8% der Leichtverletzten). Die meisten Todesopfer entstanden jedoch durch Abkommen von der Fahrbahn (45,9%).
- Bei Fussgängerunfällen wurden 11 Verkehrstote weniger und 153 Schwerverletzte weniger verzeichnet; bei Kollisionen ergaben sich ebenfalls Rückgänge (38 Verkehrstote weniger und 196 Schwerverletzte weniger).
Strassentyp:
- Der überwiegende Teil der Unfälle (und Verletzten) ereignete sich in Ortsstrassen: 62,6% der Unfälle.
- Die höchste Zahl an Verkehrstoten wurde auf Nationalstrassen registriert (34,6%).
Schwereindex:
- Der Index stieg um 10,9% von 1,33 auf 1,47 Verkehrstote je hundert Unfälle. Die stärksten Anstiege wurden auf Autobahnen (+27,1%) festgestellt, gefolgt von Nationalstrassen (+20,0%).
- Die deutlichste Abnahme zeigte sich auf Hauptverkehrsachsen (-47,0%). Dennoch werden auf diesem Strassentyp weiterhin 3,23 Verkehrstote je hundert Unfälle verzeichnet.
Unfallgeschehen nach Distrikten:
- In allen Distrikten ging die Zahl der Unfälle mit Verletzten zurück.
- Bei den Verkehrstoten nahm die absolute Zahl jedoch in den Distrikten Viana do Castelo (+10), Leiria (+5), Lissabon (+4) und Santarém (+2) zu. Die grössten Rückgänge wurden dagegen in Beja (-16), Coimbra (-15), Aveiro (-14) sowie Braga und Viseu (-13) registriert.
Nutzerkategorie:
- 69,7% aller Verkehrstoten waren Fahrzeugführende, 14,6% Mitfahrende und 15,6% Fussgänger.
- Insgesamt ging die Zahl der Opfer zurück, insbesondere bei getöteten Mitfahrenden (-33,7%) und bei schwer verletzten Fussgängern (-37,1%).
Fahrzeugkategorie:
- Personenkraftwagen waren die wichtigsten Unfallbeteiligten (71,6%).
- Unfälle mit Mopeds und Motorrädern gingen um 17,7% zurück.
- Unfälle mit Fahrrädern nahmen um 2,3% ab.
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