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11 Familien-EVs im Vergleich: Tesla Model Y und Rivalen

Weißes Tesla Modell Y Elektroauto in einem hellen Autohaus mit weiteren Fahrzeugen im Hintergrund.

Vor zwei Jahren, ungefähr zu dem Zeitpunkt, als COVID-19 loslegte, gab es von dieser Sorte Auto im Grunde nur ein einziges. Heute – trotz aller Unwägbarkeiten rund um Virus, Brexit, Halbleiter und Lieferketten – mangelt es dir nicht an Auswahl, wenn du ein elektrisches Familienauto suchst. Wir haben hier 11 vollwertige Familien-EVs versammelt: Modelle, die a) den Geldbeutel nicht sprengen sollten und b) alles abdecken, was im Alltag anfällt – bis hin zu den Camping-Ausflügen dieses Sommers.

Als Sammelpunkt diente Teslas frisch eingetroffenes Model Y, und darum herum haben wir alles aufgestellt, was man ernsthaft als Konkurrenz betrachten kann. Die Preisspanne reicht von £35–65k, also grob von etwa £400 im Monat bis £1.000. Das Wichtigste gleich zu Beginn: Ein schlechtes Auto ist hier nicht dabei. Und das, was im Vergleich früh rausfliegt, kann ausgerechnet das sein, das am besten zu dir passt. Da musst du selbst abwägen. Beispiel: Der Jaguar I-Pace ist weiterhin ein richtig gutes Elektroauto – wenn du ein luxuriöses, mühelos gut aussehendes und fahrdynamisch feines Auto willst. Aber du wirst doch nicht mit sandigen Surfbrettern den Kofferraum füllen, während in weniger als 100 Metern Entfernung tropfende Eisbecher an diesem cremefarbenen Leder vorbeigetragen werden, oder? Also eher etwas für die Grosseltern. Sag ihnen einfach, er sei von Top Gear empfohlen.

Fotografie: Jonny Fleetwood

Ziel des Vergleichs: Orientierung statt Gesamtsieger

Wir suchen hier ausdrücklich keinen „Einer gewinnt alles“-Champion. Die Idee ist vielmehr, dich zu führen und zu beraten: Stärken und Schwächen klar benennen. Also fangen wir mit etwas Aussortieren an.

Drei Autos in dieser Runde stammen im Ursprung aus der Welt der Benziner. Zwei erkennst du sofort: BMW iX3 und Volvo XC40 Recharge. Im Wesentlichen haben sie dem Namen etwas angehängt und die Kühlergrills geschlossen. Du denkst jetzt vielleicht, ich würde sie für schlechte Verpackung kritisieren. Beim Volvo: ja. Beim BMW: nein. Der iX3 ist als Gesamtpaket beeindruckend konstruiert. i3 und i8 waren nicht umsonst – BMW hat nur verstanden, dass man den Aufwand nicht immer auf die Spitze treiben muss. Das Ergebnis ist ein gutes Auto, mit einem grossen Laderaum, der hier eigentlich nur vom Tesla und vom Skoda erreicht wird; gleichzeitig wirkt er vielleicht etwas zu konventionell. Und mit einem Einstiegspreis von £60,970 ist er teuer. Überlegst du stattdessen Audi e-tron oder Mercedes EQC? Ich persönlich würde den BMW vorziehen.

Ex-Verbrenner – und ein Trickkandidat: Polestar 2

Der dritte „Ex-Benziner“? Der Polestar 2. Trickfrage: Er war nie ein Benziner – aber er war auch nicht immer ein Polestar. Unter der Hülle steckt nämlich wieder Volvo XC40. Beide sind kompakt: Stell den Polestar neben jedes andere Auto hier (besonders neben den Schwergewichtler Ioniq 5) und schau, wie klein er plötzlich wirkt. Als echtes Familienauto taugt er damit nur eingeschränkt. Stattdessen stell dir diesen Typus vor: gepflegt ergrauter Bart, Rollkragen, kluge Brille. Genau – der Polestar 2 ist ein Saab der Neuzeit. Stilvoll, aber eher fürs Geschäftsleben.

Fairerweise muss man „Polvo“ (oder klingt „Volestar“ besser?) zugestehen: Die Autos unterscheiden sich lobenswert stark. Und dennoch besetzen sie ein ähnliches Revier (mehr Schrägheck als Kombi, Preise im Sweet Spot von £40–45k) wie zwei Aufsteiger, an denen man nicht mehr vorbeikommt. Die Koreaner sind da. Wir sind längst über „sie kommen“ hinaus.

Der Kia EV6 wurde zum European Car of the Year gewählt, und der Hyundai Ioniq 5 ist womöglich das zeitgeistigste Design, das die Branche seit einem Jahrzehnt gesehen hat. Sie strotzen vor Selbstbewusstsein – in einer Art, die nicht einmal Ford Mustang Mach-E und Tesla Model Y ganz erreichen. Vielleicht ist das alles ein bisschen überdreht? Der Kia schaut schmaläugiger als Clint Eastwood, der Hyundai wirkt wie ein Origami-Austin-Allegro. Stell einen von beiden neben den klassisch eleganten Jaguar I-Pace, und du fragst dich unwillkürlich, wie schnell Mode sich dreht – und ob du die Ausstattung richtig gewählt hast: Beim Ioniq ist die Farbwahl heikel, und der EV6 sieht ziemlich mies aus, wenn er nicht auf grossen Rädern steht (das gilt übrigens auch für den Jag).

Das einzige, was an den Koreanern nicht besonders mutig ist, ist ihre Positionierung im Markt. Schau dir an, wie viele Tucsons und Sportages sie jeweils verkaufen: Millionen. Kein Wunder, dass sie genau diese Kundschaft abholen wollen. Es sind eher Crossover als Kombis, aber sie bieten Platz und sind sehr sauber durchdacht. Gleiches gilt für den Mustang Mach-E.

Praktikabilität vs. Image: Mustang Mach-E und die Sache mit der Leistung

Der Mach-E ist ein weiteres Auto, das Praktikabilität zugunsten von Image opfert. Wir mögen ihn. Er ist ehrlich, er will, dass du Spass hast – auch wenn er nicht immer perfekt darin ist, diesen Spass einzulösen. Das Fahrwerk wirkt unruhig, aber wenigstens bemüht er sich um Beteiligung. Dazu ist er wirklich effizient mit seinen Elektronen und im Alltag praktischer, als er aussieht. Nur: Die stark abfallende Heckklappe wird beim Familienhund nicht gut ankommen.

In dieser Runde steht ausgerechnet die GT-Version, also die schnelle mit 480bhp. Und genau das ist die schlechteste Mach-E-Variante, die Ford anbietet. Tesla hat vielen eingeredet, dass Leistung das grosse Thema ist. In Familienautos sorgt sie vor allem für Probleme. Ihnen fehlen Bremsen, Karosseriekontrolle, Lenkansprache und die Chassis-Gewandtheit, um damit umzugehen. Alles, was ein gutes Familienauto ausmacht, macht ein schlechtes Performance-Auto – und umgekehrt. Am entspanntesten fährst du die Modelle, die nicht ständig versuchen, dir in den Rücken zu boxen.

Wenn du einen Mach-E willst, nimm den mit Hinterradantrieb, einem Motor, 265bhp und dem 75kWh-Akku. 0–62mph in 6.9secs. Schnell genug für dich, Daddy Cool. Und wenn du prahlen willst, bestell den grossen 98kWh-Akku – der bringt 379 miles Reichweite.

Reichweite ist das neue 0–60. Reichweitenangst wäre praktisch kein Thema, wenn die Ladeinfrastruktur wirklich gut wäre. Sorry, das ist ein Thema, das ich schon oft durchgekaut habe, aber ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, dass die Energieunternehmen aktuell das schwächste Glied sind. Die Regierungspolitik drängt uns Richtung Elektroauto, die Hersteller bauen sie, wir kaufen sie – aber wie sollen wir sie im Alltag nutzen? Früher war die Unzuverlässigkeit der Lader das Problem, heute ist es schlicht die Menge: Das öffentliche Netz ist überlaufen. Toll, oder – genau jetzt ein Elektroauto zu kaufen?

VW Group im Dreierpack: Audi Q4, Skoda Enyaq und VW ID.4

Weiter geht’s mit dem vernünftigen VW-Group-Kollektiv. Hier wird kein Rad neu erfunden, oder? Im wörtlichen Sinn sogar: Audi Q4, Skoda Enyaq und VW ID.4 teilen sich nicht nur Plattform, Motoren, Batterie und Technik, sondern auch die Proportionen. Ein Auto, dreimal geschnitten. Und neben der rumpelnden Tesla, dem draufgängerischen Mustang, dem eleganten Jaguar, dem urbanen Polestar und den Manga-Koreanern wirken sie ein wenig freudlos.

Der VW hat sich dabei die besten Karten selbst ausgeteilt. Er ist der einzige mit dem drehbaren, am Display montierten Gangwahlhebel und wirkt optisch am aufgeräumtesten. Aber versuch mal, während der Fahrt wirklich mit ihm zu interagieren: Heizung verstellen, Radiosender wechseln, Einstellungen ändern. Das ist nicht zweckmässig. Skoda und Audi umschiffen die Software-Themen geschickter.

Und dann ist da die Form: vielseitig, nützlich – genau das passt zu einer Marke besser als zu den anderen. Zu Skoda. Schau hin: Im Kofferraumdeckel versteckt sich ein Eiskratzer, die hinteren Klapptische haben ausklappbare Becherhalter und gummierte Kanten, damit ein Tablet nicht wegrutscht.

Obendrein ist es das günstigste Auto in dieser gesamten Runde: Die Basis mit 58kWh-Akku (252 miles offiziell) gibt es für £34,850 (etwa £440 pro Monat), und eine richtig schöne Version (329 miles plus Extras) bleibt unter £45k (etwa £610 pro Monat). Die Koreaner sind teurer und nicht so üppig ausgestattet, wie man vielleicht erwartet. Dass sie innen mehr Glamour bieten, lässt sich allerdings nicht bestreiten.

Tesla Model Y: Platzwunder, Eigenheiten und ein Trumpf beim Laden

Und das Model Y? Ich war skeptisch, bevor es überhaupt aufgetaucht ist. Das gewölbte Dach schafft doch eigentlich Raum dort, wo man ihn gar nicht braucht – und entweder kommst du mit dieser superreduzierten, bewusst knopfarmen Kabine klar oder eben nicht. Das ist eine ganz eigene Nummer.

Nur: Die Raumökonomie ist wirklich clever. Viele Hersteller setzen auf eine Art Stadion-Bestuhlung, bei der die zweite Reihe höher sitzt als die erste – und hinten die Beine dann eher baumeln. Tesla hat stattdessen die Vordersitze auf Podeste gestellt: Die vorderen Passagiere rücken in den Kuppelbereich hinein, während hinten die Beine unter die vorderen Sitze durchgestreckt werden können. Klar, das Auto sieht etwas unbeholfen aus – aber es funktioniert.

Auch der Kofferraum ist riesig: die grösste Bodenfläche hier, selbst wenn die Höhe begrenzt ist. Wenn du ein Auto willst, das richtig viel Kram schluckt, dann ist es dieses hier – oder der iX3 oder der Enyaq, wobei Skoda den nutzbaren Raum besser herausarbeitet als Volkswagen oder Audi.

Jetzt zum klebrigen Thema Siebensitzer: Keines der Autos hier hat sieben Sitze. Und obwohl es in den USA Model Ys mit dritter Reihe gibt, wird das in Grossbritannien auf absehbare Zeit nicht verfügbar sein. Der Mercedes EQB kommt bald, ansonsten bist du bei E-Vans wie dem Citroen e-Berlingo oder e-SpaceTourer.

Zum Fahren selbst haben wir bisher nur gestreift, dass „schnell“ bei Familienautos eher Unsinn ist. Der Jaguar ist die Referenz für ruhiges, sauberes, involvierendes Handling; der Ioniq 5 ist sein deutlichstes Gegenstück mit leichtgängiger, etwas wirbeliger Lenkung und behäbig wirkendem Fahrkomfort. Die anderen liegen dazwischen.

Was du dir aber merken solltest: Elektro passt hervorragend zum Familienauto. Einfach, sanft, leise. Fortschritt fühlt sich faszinierend mühelos an – plus der kleine Kick durch Rekuperation. Das hast du alles schon gehört, und es gibt nicht viel hinzuzufügen. Es ist nur zutiefst nervig, dass du dich erst wie ein Pilot der Zukunft bewegst, um dann am Strassenrand mit einem Lade-System zu kämpfen, das sich anfühlt wie aus der Vergangenheit. Ausser, du sitzt im Tesla. Das Supercharger-Netzwerk ist Laden – nur besser. Und das ist nach wie vor ein valider, vernünftiger Grund, das Model Y gegenüber seinen Rivalen zu wählen.

Bleiben wir bei der Ausgangsfrage: Du willst ein wirklich brauchbares Familien-EV. Dann schrumpft die Auswahl auf drei.

Das Model Y gehört dazu. Um Tesla gibt es viel Hype, aber das hier ist ein gutes Auto. Es müsste nur nicht so schnell und so teuer sein – das Y sollte, wie das 3, auch mit einem Single-Motor-Layout angeboten werden: weniger Leistung, mehr Reichweite, geringere Kosten. So liegt diese Einstiegsvariante Long Range bei £54,990 – £739 pro Monat. Autsch.

Der Mustang Mach-E erfüllt die Top-Gear-Kriterien: Er hat ein bisschen Spritzigkeit, ist effizient, gut ausgestattet und innen ziemlich cool. Der Kia EV6 deckt ein ähnliches Profil ab und ist dicht dran.

Der Skoda Enyaq ist die praktische Vernunft-Option. Das ist das Auto, das Dreck am leichtesten verzeiht, Gebrauchsspuren am entspanntesten wegsteckt und dich am wenigsten kostet – beim Kauf wie im Betrieb. Wenn du kannst, nimm den 77kWh-Akku. Abgesehen davon ist das hier das komplette Familienpaket. Gegenargument: Für weniger Geld bekommst du einen siebensitzigen Kodiaq mit kernigem Diesel. Aber wie soll das bitte auf dem Campingplatz wirken, der sich „erneuerbar“, „biologisch“, „ethisch“ und „ökologisch sauber“ auf die Fahnen schreibt?


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