Wie die Larrabee-Brüder im Filmklassiker „Sabrina“ stammen auch der X1 xDrive25e und der X2 xDrive25e aus derselben Familie: gleiche „Erziehung“ – sprich, sie teilen sich Technik und Plattform –, treten aber mit deutlich unterschiedlichem Charakter auf.
Der eine gibt sich eher als nüchterner, familienorientierter Allrounder, der andere setzt klar auf einen sportlicheren, dynamischeren Auftritt. Er wirkt weniger konservativ und zieht – gerade in der Lackierung des Testwagens – spürbar mehr Blicke auf sich.
Für diese Wirkung nimmt er bei der Praktikabilität gegenüber seinem Bruder gewisse Abstriche in Kauf, ohne deshalb aus dem Raster der empfehlenswerten Optionen zu fallen.
Doppelte Persönlichkeit
Technisch setzt der X2 xDrive25e exakt auf das gleiche Plug-in-System wie der bereits von uns gefahrene X1xDrive25e: Ein Benziner mit 125 PS wird mit einem hinteren Elektromotor mit 95 PS kombiniert.
Unterm Strich stehen damit kräftige 220 PS Systemleistung und Allradantrieb zur Verfügung – genau die Mischung, mit der der BMW-SUV (oder doch eher Crossover?) je nach Bedarf zwei sehr unterschiedliche Seiten zeigen kann.
Geht es ums Sparen, macht sich das Energiemanagement bezahlt: Verbrauchswerte um 5 l/100 km sind möglich. Sind die Batterien vollständig geladen, lassen sich zudem ohne Mühe mehr als 40 km rein elektrisch zurücklegen.
Sobald jedoch die „dynamische Ader“ des X2 gefragt ist, kommen die Fahrmodi „Sport“ und „Sport+“ ins Spiel. Sie erhöhen die Lenkkraft und schärfen die Gasannahme – und der Hybridantrieb liefert dann überzeugend ab, sodass Tempi möglich sind, die durchaus beeindrucken.
Plötzlich geht vieles deutlich schneller, als man es erwartet. Genau dann zeigt der X2, was er fahrdynamisch kann: Die Lenkung reagiert schnell und präzise, das Fahrwerk behält die 1800 kg erstaunlich gut im Griff, und der Allradantrieb sorgt für eine Effizienz, die sehr hohe Kurvengeschwindigkeiten zulässt.
Macht das besonders viel Spass? Eher nicht – statt verspielter Leichtigkeit bekommt man vor allem ein sehr hohes Niveau an Effektivität und Sicherheit. Das wiederum vermittelt ein angenehmes Selbstvertrauen, schnelle Kurven anzugehen, ohne Angst, dass einem „das Talent ausgeht“.
Natürlich steigen in solchen Momenten die Verbräuche deutlich an: Ich habe am Bordcomputer Durchschnittswerte von 9,5 bis 10 l/100 km gesehen. Angesichts des gefahrenen Tempos sind diese Zahlen allerdings nicht als übertrieben zu bewerten – ohne den Plug-in-Hybridantrieb lägen sie noch höher.
Und innen, wie ist er?
Am Steuer des BMW X2 xDrive25e fallen Unterschiede zum „Bruder“ zunächst schwer. Das Cockpit-Layout ist identisch, ebenso der solide Eindruck bei Materialanmutung und Verarbeitung. Auffällig sind höchstens einige präsenter wirkende Verkleidungen sowie das M-Sportlenkrad, das optisch ansprechender ausfällt und gut in der Hand liegt.
Beim Platzangebot zeigen sich die Abweichungen vor allem für Passagiere im Fond: Die Kopffreiheit ist geringer – das verlangt die äussere Linienführung. Spürbar zulasten des Komforts geht das dort jedoch nicht.
Beim Kofferraum bleibt es bei 410 Litern. Das sind 60 Liter weniger als bei den „normalen“ X2-Versionen und 40 Liter weniger als die 450 Liter, die der X1 xDrive25e bietet.
Ist das das richtige Auto für Sie?
Wer die Stärken des Plug-in-Hybridsystems aus dem X1 xDrive25e schätzt, den X1 aber als zu konservativ empfindet, findet im X2 sehr wahrscheinlich die passendere Wahl.
Denn die technischen Qualitäten des „Bruders“ bleiben erhalten – ergänzt um ein Design, das aus meiner Sicht gelungen ist und den Wagen näher an eine jüngere Zielgruppe oder an Käufer heranrückt, die bewusst einen sportlicheren Look bevorzugen.
Als besonders familienfreundliches Angebot ist er dennoch nicht zu verstehen – dafür ist der X1 da. Die Rolle des BMW X2 xDrive25e erinnert eher an frühere Dreitürer-Varianten: oft optisch eigenständiger, klar sportlicher ausgerichtet, und dennoch mit einer überzeugenden Relation aus Verbrauch und Leistung.
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