Die nationale Produktion trifft auf ein lokales Problem: So dürfte die kommerzielle Laufbahn des Volkswagen T-Roc in Portugal aussehen. Das Modell prallt frontal auf die portugiesische Kfz-Besteuerung, bei der die ISV in Bezug auf die Hubraumkomponente zu 60% auf die Motoren mit Verbrennungsmotor entfällt.
Motorwechsel beim Volkswagen T-Roc: 1.0 TSI fällt weg
In der zweiten Generation des T-Roc – einem Modell, das seit 2017 in Europa bereits mehr als zwei Millionen Mal verkauft wurde – verschwindet der bekannte 1.0 TSI mit 116 cv, der bislang den Einstieg in die Baureihe markierte.
An seine Stelle tritt eine neue Ausführung des 1.5 TSI mit identischer Leistung, jedoch höherer Effizienz und zusätzlich einem 48-V-mild-hybrid-System. Konkret bedeutet das 125 g/km CO2 – also 6 g/km weniger als beim 1.0 TSI (131 g/km), der nun aus dem Programm genommen wird.
ISV in Portugal: Warum das effizientere Setup teurer wird
Ab Werk ist der Preisabstand zwischen beiden Motoren gering. Sobald jedoch die portugiesische Besteuerung auf den Basispreis aufgeschlagen wird, kehrt sich das Bild: Die steuerliche Mehrbelastung der Einstiegsvariante des T-Roc dürfte einen Preisaufschlag von etwa 2500 Euro verursachen.
Kommt dann noch hinzu, dass das manuelle Getriebe entfällt – in den wichtigsten europäischen Märkten zunehmend weniger gefragt – und das Doppelkupplungsgetriebe naturgemäß teurer ist, sowie zusätzlich das mild-hybrid-System, könnte der Preisanstieg beim neuen Volkswagen T-Roc laut Markenverantwortlichen bei 4000 Euro liegen.
Autoeuropa und Importeur finden eine Lösung
Wie Verantwortliche von Volkswagen Portugal bei der Vorstellung des neuen T-Roc für die portugiesische Presse erklärten, haben Importeur (SIVA / PHS) und Werk (Autoeuropa) abgestimmt daran gearbeitet, einen Teil dieses Preisanstiegs abzufedern.
Das führt dazu, dass die zweite Generation des deutschen SUV in der Einstiegsversion Trend mit dem 1.5 eTSI mit 116 cv ab 33 592 Euro angeboten wird. Alle Preise:
Das vierte Modell in wenigen Monaten
Die portugiesische Besteuerung macht weder vor Herkunft noch Segment halt. Weil kleinere Motoren schrittweise verschwinden und durch effizientere Hybridantriebe mit größerem Hubraum ersetzt werden, profitieren vor allem die Staatskassen in Portugal.
Neben Volkswagen geraten auch Toyota, Dacia und Renault durch die portugiesische Kfz-Steuer unter Druck, deren letzte Aktualisierung vor 18 Jahren, im Jahr 2007, erfolgte.
Weitere Beispiele: Toyota Aygo X, Renault und Dacia
Auch der neue Toyota Aygo X wird den 1,0-Liter-Dreizylinder verlieren und künftig mit einem 1,5-Liter-Hybridmotor kommen. Dadurch rückt der Preis des günstigsten Toyota insgesamt in die Nähe der 20.000-Euro-Marke.
Ähnlich ergeht es den neuen Modellen von Renault und Dacia: Dort wächst die Hybridmotorisierung von 1,6 Litern auf 1,8 Liter Hubraum.
Gemeinsam ist all diesen Modellen der niedrigere Verbrauch und die geringeren Emissionen. Da die portugiesische Besteuerung jedoch zu einem großen Teil an der Motorgröße ansetzt, gilt: In Portugal sind effizientere Autos teurer als stärker verschmutzende.
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