Seit dem Marktstart 2007 wurden vom Nissan Qashqai mehr als drei Millionen Exemplare verkauft. Mit der dritten Generation verfolgt er ein klares Ziel: die Spitzenposition in dem Segment zu verteidigen, das er selbst maßgeblich geprägt hat.
Optisch tritt der Qashqai komplett überarbeitet auf und orientiert sich deutlich an den jüngsten Designs der japanischen Marke. Auffällig sind dabei der markentypische „V-Motion“-Kühlergrill sowie LED-Scheinwerfer an der Front.
In der Seitenansicht stechen vor allem die neuen 20-Zoll-Felgen hervor – bislang waren maximal 19 Zoll möglich. Am Heck setzen die Rückleuchten auf einen 3D-Effekt. Für die Individualisierung stehen 11 Außenfarben sowie fünf Zweifarben-Kombinationen zur Wahl.
Größer innen und außen
Die Basis bildet die CMF-C-Plattform – und mit ihr legt der Qashqai in sämtlichen Abmessungen zu. Die Länge wächst auf 4425 mm (+35 mm), die Höhe auf 1635 mm (+10 mm), die Breite auf 1838 mm (+32 mm) und der Radstand auf 2666 mm (+20 mm).
Der längere Radstand wirkt sich direkt auf den Fond aus: Für die Passagiere hinten gibt es 28 mm mehr Beinfreiheit; der Wert liegt nun bei 608 mm. Zusätzlich schafft die höhere Karosserie 15 mm mehr Kopffreiheit.
Auch der Kofferraum legt zu: Gegenüber dem Vorgänger steigt das Volumen um rund 50 Liter auf etwa 480 Liter. Zudem erleichtert eine anders platzierte Hinterachskonstruktion den Zugang.
Fahrwerk und Lenkung komplett neu abgestimmt
Nicht nur das Platzangebot profitiert von der CMF-C-Plattform. Der neue Qashqai erhält ebenso eine vollständig überarbeitete Kombination aus Fahrwerk und Lenkung.
Vorn kommt bei allen Varianten eine weiterentwickelte MacPherson-Federbeinachse zum Einsatz. Hinten gibt es hingegen Unterschiede je nach Ausführung: Modelle mit Frontantrieb und Felgen bis 19 Zoll nutzen eine Verbundlenkerachse. Versionen mit 20-Zoll-Felgen sowie die Allradvarianten verfügen über eine unabhängige Hinterradaufhängung im Multi-Link-Layout.
Bei der Lenkung spricht Nissan von einer Überarbeitung, die sowohl die Reaktionsgeschwindigkeit als auch das Lenkgefühl verbessern soll. Außerdem ermöglichte die neue Plattform eine Gewichtsreduzierung um 60 kg, während die Struktursteifigkeit gleichzeitig um 41 % steigt.
Elektrifizierung steht im Fokus
Wie bereits angekündigt, verzichtet der Nissan Qashqai in dieser Generation komplett auf Dieselmotoren – und sämtliche Antriebe sind elektrifiziert.
Der bekannte 1.3 DIG-T wird hier mit einem 12V-Mild-Hybrid-System kombiniert (in einem separaten Beitrag wird erklärt, weshalb es nicht 48V sind) und in zwei Leistungsstufen angeboten: 138 oder 156 PS.
Die Variante mit 138 PS leistet 240 Nm und ist an ein manuelles Sechsganggetriebe gekoppelt. Die 156-PS-Ausführung gibt es entweder als Handschalter mit 260 Nm oder mit einem stufenlosen Automatikgetriebe (CVT).
In Verbindung mit dem CVT steigt das Drehmoment des 1.3 DIG-T auf 270 Nm – und nur diese Motor-Getriebe-Kombination ermöglicht beim Qashqai Allradantrieb (4WD).
Als „Krönung“ der Motorenpalette gilt die Hybridmotorisierung e-Power: Hier arbeitet der Benziner ausschließlich als Generator und ist nicht mit der Antriebsachse verbunden – angetrieben wird das Fahrzeug ausschließlich über den Elektromotor.
Das System umfasst einen Elektromotor mit 188 PS (140 kW), einen Inverter, einen Stromgenerator, eine (kleine) Batterie und selbstverständlich einen Benzinmotor. Dabei handelt es sich um einen komplett neuen 1,5-l mit 154 PS, der als erster Motor mit variabler Verdichtung in Europa in den Handel kommt.
Unterm Strich stehen 188 PS und 330 Nm: ein „Elektroauto mit Benzin“, das auf eine große Traktionsbatterie verzichtet und den Elektromotor stattdessen über den Benziner mit Energie versorgt.
Technologie für jeden Anspruch
Ob Infotainment, Konnektivität oder Assistenz- und Sicherheitssysteme: Beim neuen Nissan Qashqai spielt Technik eine zentrale Rolle.
Im Cockpit sitzt ein 9-Zoll-Zentraldisplay, das Android Auto und Apple CarPlay unterstützt – letzteres kann auch kabellos genutzt werden.
Als Instrumentenanzeige dient ein frei konfigurierbares 12,3-Zoll-Display, ergänzt um ein 10,8-Zoll Head-Up Display. Über die NissanConnect Services-App lassen sich zudem verschiedene Fahrzeugfunktionen aus der Ferne steuern.
Mehrere USB- und USB-C-Anschlüsse sowie eine induktive Smartphone-Ladeschale sind ebenfalls verfügbar. Optional kann der Qashqai außerdem WiFi bereitstellen und als Hotspot für bis zu sieben Geräte fungieren.
Beim Thema Sicherheit setzt Nissan auf die neueste Generation von ProPILOT. Dazu gehören unter anderem ein adaptiver Tempomat mit Stop&Go sowie Verkehrszeichenerkennung. Zusätzlich passt das System die Geschwindigkeit beim Einfahren in Kurven anhand von Navigationsdaten an – und ein Totwinkelassistent kann sogar über Lenkeingriffe unterstützen.
Ebenfalls Teil des Technikpakets: intelligente LED-Scheinwerfer, die bei Gegenverkehr gezielt einen oder mehrere der 12 einzelnen Lichtkegel ausblenden können.
Preis und Marktstart
Zum Verkaufsstart bringt Nissan – wie üblich – eine Sonderedition, die hier Premiere Edition heißt.
Sie ist mit dem 1.3 DIG-T entweder als 138-PS-Variante oder als 156-PS-Version mit Automatik erhältlich, trägt eine Zweifarblackierung und kostet in Portugal 33.600 Euro. Die Auslieferung der ersten Fahrzeuge ist für den Sommer vorgesehen.
Artikel am 27. Februar um 11:15 Uhr aktualisiert: Video zur Modellpräsentation ergänzt.
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