Die Stadtverwaltung von Porto hat angekündigt, die Strategie Rede 30 ab dem kommenden Montag auf das Gebiet Campo Alegre auszuweiten. Ziel der Massnahme ist es, „die Zahl der Bereiche in der Stadt mit einer maximalen Geschwindigkeitsbegrenzung von 30 km/h zu erhöhen“.
Wo die Rede 30 in Campo Alegre umgesetzt wird
In dem betroffenen Abschnitt soll im öffentlichen Strassenraum sowohl vertikale als auch horizontale Verkehrszeichen angebracht werden. Vorgesehen ist ein Gebiet zwischen der António-Cardoso-Strasse und der Guerra-Junqueiro-Strasse – ein Wohnquartier, das im Norden von der Boavista-Avenida und im Süden von der Campo-Alegre-Strasse begrenzt wird.
Die Mitteilung lässt allerdings offen, ob das neue Tempolimit bereits am Montag gilt oder ob an diesem Tag zunächst mit der Anpassung der Beschilderung begonnen wird.
Ausweitung der Rede 30 rund um die Boavista-Achse
Die Rede 30, die im Februar zwischen der Avenida do Marechal Gomes da Costa und dem Mouzinho-de-Albuquerque-Platz (bekannt als Boavista-Kreisverkehr) eingeführt wurde, „wird erneut erweitert“.
Laut Kommuniqué soll die Massnahme in Kürze auch nördlich der Boavista-Avenida greifen – konkret zwischen Foco und dem Haus der Musik. Damit entstehe in diesem Bereich auf beiden Seiten der grössten Verkehrsachse Portos ein zusammenhängendes Netz von Strassen mit reduzierter Geschwindigkeit.
Nur Beschilderung löst das Problem nicht
„Allein mit Beschilderung lässt sich das Problem nicht lösen, weil es in dem Gebiet lange Geraden gibt, auf denen man sehr leicht hohe Geschwindigkeiten hält“, sagt Ana Guerra aus dem Vorstand der MUBI – Verband für urbane Mobilität mit dem Fahrrad. „Aus unserer Sicht müssen wirksame Massnahmen zur Verkehrsberuhigung umgesetzt werden. Zum Beispiel die im PMUS für diese Zone vorgesehenen multimodalen Knotenpunkte. Erst dann wird das Zusammenleben ruhiger“, fügte sie hinzu.
„Neben der Umstellung der Beschilderung braucht es echte Eingriffe in den Strassenraum, die den Durchgangsverkehr verhindern und das Zu-Fuss-Gehen sowie das Radfahren komfortabler machen. Die Beschilderung wird nicht respektiert“, argumentiert Ana Guerra. „Damit das wirkt, müsste dauerhaft kontrolliert werden. Oder es bräuchte Geschwindigkeitsdämpfer, etwa erhöhte Fussgängerüberwege oder für Autos verengte Strassen. Das sind wirksame Massnahmen zur Senkung der Geschwindigkeit. Nur Beschilderung wird aus unserer Sicht in dem Gebiet nichts verändern.“
Rede 30 als Teil des PMUS der Stadt Porto
Nach Angaben der Stadt setzt die Initiative einen Schwerpunkt auf Verkehrssicherheit und die Verringerung von Verschmutzung. „Neben der Möglichkeit, ein Umfeld für ein sicheres Miteinander zwischen motorisiertem Verkehr und sanften Mobilitätsformen – insbesondere Fahrrädern – zu schaffen, fördert die Strategie Rede 30 eine Befriedung des Verkehrs und eine wirksame Hierarchisierung des Strassennetzes, indem sie den Durchgangsverkehr in Wohn- und Schulbereichen unattraktiver macht“, heisst es in der Mitteilung.
Die Massnahme ist im Plano de Mobilidade Urbana Sustentável (PMUS) verankert, der kürzlich vorgestellt wurde. Das Dokument gilt als „strategischer Pfeiler für die Zukunft der Mobilität in der Stadt“ und setzt darauf, den öffentlichen Raum als Ort der Nutzung durch die Gemeinschaft zu stärken – wobei der öffentliche Verkehr gegenüber der Nutzung privater Fahrzeuge Vorrang erhält.
Eine der tragenden Säulen des PMUS – kostenlose Verkehrsmittel für Einwohnerinnen und Einwohner von Porto – ist bereits am vergangenen Montag in Kraft getreten. Darüber hinaus enthält die Strategie „bedeutende Vorschläge“, die in den kommenden Jahren schrittweise umgesetzt werden sollen. Die Stadt verweist dabei unter anderem auf den Ausbau weiterer Busspuren sowie auf ein Fahrverbot für Schwerfahrzeuge auf der Internen Ringstrasse (VCI), um das Verkehrsaufkommen zu reduzieren.
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