Vor fast einem Jahr, im vergangenen März, hat Nissan einen Ausblick darauf gegeben, wie die nächste Generation des Juke aussehen könnte – jenes japanische Crossover-Modell, das mit seinem Marktstart 2010 den später so prägenden Segmentzuschnitt entscheidend mitdefiniert hat.
15 Jahre später steht nun die dritte Generation des Juke in den Startlöchern. Der Marktstart ist für 2026 vorgesehen, und die jüngst gesichteten Testprototypen zeigen trotz starker Tarnung: Die Erprobung scheint bereits in einer sehr weit fortgeschrittenen Phase zu sein.
Gestalterisch soll sich das neue Modell am Hyper Punk Concept orientieren, das 2023 auf dem Automobilsalon von Tokio präsentiert wurde. Dort fiel es vor allem durch ein radikales Design mit kantigen Formen und polygonalen Flächen auf.
Was können wir erkennen?
Auch wenn die Folierung sehr dicht ausfällt, lassen sich einige der auffälligsten Änderungen an der Karosserie bereits herauslesen. Frontseitig scheint Nissan die rundlicheren Linien der ersten beiden Generationen hinter sich zu lassen und auf flachere Flächen mit deutlich ausgeprägteren Kanten und Sicken zu setzen.
Die Scheinwerfer bleiben – wie schon seit der ersten Generation – zweigeteilt angeordnet. Oben zeigt sich eine schmalere Lichtsignatur, die die jüngere Formensprache der Marke aufgreift.
In der Seitenansicht bleibt das Fahrzeug zwar dem kompakten Format treu, die Proportionen deuten jedoch auf eine höher verlaufende Gürtellinie hin. Auffällig sind zudem die bündig integrierten Türgriffe – sowohl an den vorderen als auch an den hinteren Türen.
Am Heck wirkt der neue Juke ebenfalls geradliniger und stärker von ebenen Flächen geprägt. Die Rückleuchten scheinen kantiger gezeichnet, und die Heckklappe wirkt, als könnte sie grösser ausfallen.
Ausschliesslich elektrisch
Während die dritte Generation des Nissan Juke insgesamt offenbar an ihrer Identität festhält, findet die entscheidende Veränderung ausserhalb des Blickfelds statt: Erstmals wird der Juke rein elektrisch unterwegs sein und sich damit neben den neuen Leaf und Micra einreihen.
Entgegen dem, was naheliegend wäre, soll er die Plattform des neuen Micra (AmpR Small) nicht übernehmen, sondern stattdessen die AmpR Medium mit dem neuen Leaf teilen. Sollte sich das bestätigen, könnte das japanische Crossover-Modell auf denselben Akku mit 52 kWh zurückgreifen, der im Leaf eine kombinierte Reichweite von bis zu 445 km (WLTP) ermöglicht.
Parallel dazu könnte auch der Elektromotor identisch ausfallen: 130 kW (177 cv) und 345 Nm stehen hier im Raum. Ebenso ist aber möglich, dass der Juke die Elektroantriebe von Renault 4 und 5 nutzt – dort reichen die Leistungen von 70 kW (95 cv) bis 110 kW (150 cv).
Zweite Generation bleibt im Angebot
Früher bedeutete ein Generationswechsel meist, dass das Vorgängermodell ausläuft. Im Zuge der Elektrifizierung setzt sich jedoch zunehmend ein anderes Muster durch: Die ältere Baureihe bleibt parallel zur neuen weiterhin im Verkauf.
Der Grund dafür liegt auf der Hand. Die kommerziellen Erwartungen der Branche an die Elektrifizierung wurden bislang deutlich verfehlt, und um die Verkaufszahlen abzusichern, will Nissan die aktuelle Juke-Generation mit Verbrennungsmotor weiter anbieten – gleichzeitig mit der neuen, ausschliesslich elektrischen Generation.
Auch wenn zur dritten Generation des Nissan Juke noch längst nicht alle Details bekannt sind, steht der Zeitplan: 2026 soll er auf den Markt kommen. Gefertigt wird er weiterhin im Werk Sunderland im Vereinigten Königreich, wo auch der Leaf produziert wird.
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