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Erste Fahrt mit dem SEAT Tarraco e-HYBRID an der Lagoa de Óbidos

Grüner SEAT Tarraco E-Hybrid SUV steht in modernem Showroom mit großen Fenstern und Meerblick.

Vor der Kulisse der Lagoa de Óbidos sind wir erstmals die Plug-in-Hybrid-Variante des überarbeiteten SEAT Tarraco gefahren: den e-HYBRID.

Der SEAT Tarraco e-HYBRID, der 2019 auf der IAA in Frankfurt seine Weltpremiere feierte, steht nun kurz vor dem Marktstart in Portugal. Ab Juni soll er dort erhältlich sein – zu Preisen ab 47 678 Euro.

Nach den bereits von uns getesteten Plug-in-Hybriden des Leon erweitert die spanische Marke ihr elektrifiziertes Angebot nun um den Tarraco e-HYBRID. Optisch unterscheidet er sich praktisch nicht von seinen „Brüdern“ mit reinem Verbrennungsmotor.

Äusserlich fallen im Wesentlichen nur das e-HYBRID-Emblem am Heck, die Ladeklappe am vorderen Kotflügel auf der Fahrerseite sowie die Modellbezeichnung in einer handschriftartigen Typografie auf.

Unterm Strich ist diese elektrifizierte Tarraco-Version fast nicht von einem Modell mit Verbrennungsmotor zu unterscheiden. Das gilt nicht nur für das Exterieur, sondern ebenso für den Innenraum: Die Änderungen beschränken sich auf ein neu gestaltetes Getriebe-Wählmodul sowie zwei versionsspezifische Tasten – e-Mode und s-Boost.

Die technische Ausstattung bleibt geprägt von einem vollständig digitalen Cockpit und einem 9,2-Zoll-Infotainmentsystem. Mit an Bord ist Full Link inklusive kabellosem Zugriff auf Android Auto und Apple CarPlay sowie Sprachsteuerung.

Diese Lösungen kennt man bereits aus anderen Tarraco-Varianten, doch im e-HYBRID liefern sie zusätzlich spezifische Informationen zum Fahrzeugbetrieb – vor allem zum Batteriestatus und zur Reichweite im rein elektrischen Modus.

Über die App SEAT Connect lässt sich ausserdem der Ladevorgang per e-Manager aus der Ferne steuern. Ebenfalls möglich: die Klimatisierung im Voraus auf die geplante Abfahrtszeit zu programmieren.

Nur 5 Sitze

Der Plug-in-Hybrid des SEAT Tarraco wird ausschliesslich als Fünfsitzer angeboten. Das unterscheidet ihn von den Versionen mit Verbrennungsmotor, die je nach Ausführung bis zu sieben Sitzplätze bereitstellen können.

Der Grund ist naheliegend und hängt direkt mit der Batterie zusammen: Um den 13-kWh-Lithium-Ionen-Akku „unterzubringen“, nutzt SEAT genau den Raum, in dem sonst die dritte Sitzreihe und das Reserverad untergebracht wären. Zusätzlich wurde der Kraftstofftank auf 45 Liter verkleinert.

Auch das Kofferraumvolumen bleibt davon nicht unberührt. Es sinkt von 760 Litern (bei den 5-Sitzer-Versionen mit Diesel- oder Benzinmotor) auf 610 Liter. Der Unterschied ist deutlich, beeinträchtigt die Familienqualitäten dieses Tarraco jedoch nicht – Platz bietet er weiterhin reichlich.

49 km rein elektrisch

Am deutlichsten grenzt sich der Tarraco e-HYBRID technisch von seinen Verbrenner-„Brüdern“ ab: Er kombiniert den 1.4 TSI mit 150 PS mit einem Elektromotor mit 115 PS (85 kW), gespeist aus der 13-kWh-Lithium-Ionen-Batterie.

In der Summe kommt der Tarraco e-HYBRID auf eine maximale Systemleistung von 245 PS und ein maximales Drehmoment von 400 Nm. Diese „Werte“ werden ausschliesslich an die beiden Vorderräder übertragen – Allradversionen gibt es nicht – und zwar über ein 6-Gang-DSG.

SEAT nennt für den Tarraco e-HYBRID eine elektrische Reichweite von bis zu 49 km (WLTP). Er startet grundsätzlich im Elektromodus, sofern genügend Ladung vorhanden ist. Entsprechend gibt der SEAT Tarraco e-HYBRID CO2-Emissionen von 37 g/km bis 47 g/km sowie einen Verbrauch von 1,6 l/100 km bis 2,0 l/100 km (WLTP kombiniert) an.

Beim Laden gilt: An einer Wallbox mit 3,6 kWh lässt sich die Batterie in 3,5 Stunden vollständig aufladen. An einer Steckdose mit 2,3 kW dauert der Ladevorgang knapp unter fünf Stunden.

Fahrmodi für jeden Geschmack

Der Tarraco e-HYBRID fährt grundsätzlich im rein elektrischen Modus los. Sinkt der Ladestand jedoch unter ein bestimmtes Niveau oder wird eine Geschwindigkeit von 140 km/h überschritten, schaltet sich das Hybridsystem automatisch zu.

Neben dem Hybridmodus (automatisch oder manuell) stehen ausserdem der s-Boost (sportlicher ausgelegt) sowie der e-Mode zur Verfügung, der sich besonders für den Stadtverkehr im 100-%-Elektrobetrieb eignet. Zusätzlich gibt es – über das Infotainmentsystem – eine Funktion, mit der sich elektrische Reichweite „aufheben“ lässt, um sie später zu nutzen.

Ergänzend bietet der Tarraco e-HYBRID drei Stufen der Rekuperation (einstellbar über das Infotainmentsystem) sowie vier Fahrprofile, die über den Drehregler in der Mittelkonsole gewählt werden können: Eco, Normal, Sport und Individual.

Und die Fahrdynamik?

Durch die Positionierung des Elektromotors vorn – in der Nähe von Getriebe und 1.4 TSI – und die Platzierung der Lithium-Ionen-Batterie hinten, nahe am Kraftstofftank, betont SEAT eine ausgewogenere Gewichtsverteilung für den Tarraco e-HYBRID. Fahrwerksseitig setzt er vorn auf MacPherson-Federbeine und hinten auf eine Mehrlenkerachse.

Die FR-Variante mit sportlicherer Ausrichtung besitzt allerdings eine straffer abgestimmte Federung – und genau diese Version konnten wir bei diesem ersten Kontakt mit dem spanischen SUV fahren.

Auf der Strasse machte der elektrifizierte Tarraco eine sehr gute Figur. Die Leistungsabgabe wirkt sehr gleichmässig, kommt aber sofort. Auch wenn die reinen Papierwerte dieses SUV nicht unbedingt beeindrucken – 0 bis 100 km/h in 7,5 s und 205 km/h Höchstgeschwindigkeit –, fühlt er sich im Alltag zügig an.

Die von SEAT Portugal für die nationale Präsentation gewählte Route führte über einen kurvenreichen Abschnitt – ganz nach unserem Geschmack – entlang der Lagoa de Óbidos. Selbst als wir es „leicht übertrieben“, zeigte sich der Tarraco e-HYBRID stets sehr ausgewogen, mit hoher Traktion und – besonders überraschend – nahezu ohne spürbare Wankbewegungen der Karosserie.

Wie hat er sich „abseits der Strasse“ geschlagen?

Was ihn auf Asphalt glänzen liess, brachte ihn auf schlechten Wegen allerdings ein Stück weit aus dem Konzept. Die Präsentationsstrecke umfasste Passagen über schlechtere Erdwege sowie einen kurzen Abschnitt im Sand.

Selbst die von uns gefahrene FR-Version, die sportlichere Stossfänger und 20-Zoll-Felgen trägt, meisterte all diese Hindernisse, ohne ins „Schwitzen“ zu geraten. Allerdings erwiesen sich die straffere Abstimmung und die sportlicher geschnittenen Sitze für diese Aufgabe als etwas hart. Ich gehe davon aus, dass die Xcellence-Versionen auf solchem Untergrund komfortabler sind.

Trotz dieses „Hinweises“ – und obwohl es keine Allradversionen gibt – zeigte der Tarraco e-HYBRID, dass er sich auch auf schlechten Wegen nicht vor Herausforderungen drückt. Das gilt sogar für Sand, wo der „Trick“ meist darin besteht, eine gleichmässige Beschleunigung beizubehalten.

Und der Verbrauch?

Am Ende dieser Präsentation zeigte der von mir gefahrene Tarraco e-HYBRID 61 Kilometer „emissionsfrei“ sowie einen Durchschnittsverbrauch von 5,8 l/100 km an.

Ich war fast durchgehend im Eco-Modus unterwegs – habe aber auch Sport und s-Boost ausprobiert – und mit moderaten Geschwindigkeiten. Das Hybridsystem arbeitete dabei sehr effizient, vor allem beim Nutzen der Energie aus Verzögerungen und Bremsvorgängen. Ein grosser Teil der Veranstaltung fand jedoch auf der Autobahn statt, was dazu führte, dass die finalen Durchschnittsverbräuche etwas höher ausfielen.

Preise

Mit dem für Juni geplanten Marktstart in Portugal wird der SEAT Tarraco e-HYBRID in zwei Ausstattungslinien angeboten: Xcellence und FR. Die Xcellence-Version beginnt bei 47 678 Euro. Der sportlicher positionierte FR startet bei 49 138 Euro.


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