Große Verantwortung für den Nachfolger des Renault Kadjar: Im zu Jahresbeginn vorgestellten Renaulution-Plan hat Luca de Meo, der Vorstandsvorsitzende (CEO) der Renault Group, deutlich gemacht, dass die Segmente C und D künftig stärker zum Erfolg der Marke mit der Raute beitragen sollen – dort, wo die Preise höher liegen und die Margen attraktiver ausfallen.
Ein zentrales Element dieser Ausrichtung wird der neue Renault Kadjar. Die aktuelle Generation konnte nicht an den Erfolg des kleineren Captur anknüpfen, der sich in kurzer Zeit an die Spitze seines Segments setzte. Der Kadjar kam nicht nur spät, er wurde auch vom Erzkonkurrenten Peugeot 3008 – mit deutlich mehr Stil und höherer wahrgenommener Qualität – in die zweite Reihe gedrängt.
Entsprechend soll die nächste Generation deutlich selbstbewusster auftreten: sowohl beim Image als auch bei den Verkaufszielen.
Was wissen wir bereits über den neuen Renault Kadjar?
Außendesign des neuen Renault Kadjar
Beim Exterieur ist trotz der Tarnung auf den Erlkönigfotos bereits absehbar, dass sich die Serienoptik an den jüngsten Concept-Cars der Marke orientieren wird – allen voran am Morphoz (unten). Erwartet werden eine markantere Front und eine wesentlich prägnantere Lichtsignatur.
Innenraum, Plattform CMF-C/D und Abmessungen
Im Innenraum zeichnet sich im Vergleich zum aktuellen Modell ein echter Umbruch ab. Das Cockpit dürfte von einem großzügig dimensionierten, hochformatigen Bildschirm (wie bei Renault inzwischen üblich) geprägt sein, ergänzt durch ein digitales Kombiinstrument. Insgesamt sollen eine aufgeräumtere Gestaltung und Materialien mit besserer Haptik für einen spürbaren Qualitätssprung sorgen.
Technisch bleibt der Kadjar eng mit dem neuen Nissan Qashqai verwandt und nutzt ebenfalls die Plattform CMF-C/D. Gleichzeitig soll er länger ausfallen als der Qashqai – es wird spekuliert, dass er leicht über 4,5 m Länge liegen könnte –, was sich entsprechend in den Innenraummaßen bemerkbar machen dürfte.
Karosserievarianten: 5 oder 7 Sitze
Neu ist auch die Frage der Karosserieauswahl. Neben der erwarteten fünfsitzigen Version soll es Platz für eine größere Variante mit sieben Sitzen geben. Damit würde der Kadjar unter anderem den ebenfalls erfolgreichen Peugeot 5008 herausfordern – ebenso wie weitere Modelle, etwa den Skoda Kodiaq oder den noch vor der offiziellen Enthüllung stehenden Jeep Compass mit sieben Sitzen, der ebenfalls bereits als Erlkönig fotografiert wurde, voraussichtlich aber einen anderen Namen tragen wird.
Motoren: Mildhybrid, Hybrid und die Diesel-Frage
Bei den Antrieben gilt als gesetzt, dass der neue Renault Kadjar weiterhin den 1.3 TCe in Kombination mit einem Mildhybrid-System anbieten wird. Zu den übrigen Motorisierungen lässt sich derzeit jedoch kaum etwas verlässlich bestätigen.
Klar ist: Renault hat jüngst angekündigt, welche Antriebskonzepte künftig vorgesehen sind. Ab 2025 soll es im Wesentlichen zwei Benzinmotoren geben, allerdings in mehreren Ausbaustufen mit unterschiedlichen Elektrifizierungsgraden: einen Dreizylinder mit 1.2 l Hubraum und einen Vierzylinder mit 1.5 l. Offen bleibt, ab wann diese Aggregate tatsächlich eingeführt werden.
Damit bleibt vieles Spekulation. Vieles deutet darauf hin, dass Nissans e-Power-Antriebe, die in Europa mit dem neuen Qashqai starten, auf Modelle der japanischen Marke begrenzt bleiben könnten. Gleichzeitig gilt als bekannt, dass auch der neue Kadjar Hybridantriebe erhalten wird – ob als Plug-in-Hybrid oder ohne Ladeanschluss. Denkbar wäre eine Übernahme der bereits aus Captur und Mégane bekannten Systeme, möglich wäre aber ebenso eine neue Hybridgeneration in Verbindung mit den kommenden Verbrennungsmotoren.
Unklar ist zudem, ob es überhaupt noch eine Diesel-Option geben wird. Laut Renaults Planung sollen ab 2025 nur noch Nutzfahrzeuge einen Dieselmotor erhalten. Könnte der neue Kadjar also bereits auf Diesel verzichten – so wie es der neue Qashqai schon getan hat?
Wann kommt er?
Die Antworten auf diese Fragen sollen im Laufe von 2022 folgen: Dann wird der neue Renault Kadjar vorgestellt und in den Markt eingeführt. Zuvor, Ende 2021, soll die Serienversion des Concept Mégane eVision präsentiert werden – ein ausschließlich elektrischer Crossover, der in wenigen Jahren den Mégane endgültig ersetzen könnte.
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