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Die faszinierendsten Hot Hatch mit sechs Zylindern: Alfa Romeo 147 GTA, Golf R32, Clio V6 & Co.

Blaues Sportcoupé mit kupferfarbenen Felgen und Heckspoiler in modernem Showroom auf glattem Boden.

Hot Hatch mit Sechszylinder? Auch heute noch eine mitreissende Idee. Denn es geht darum, Triebwerke, die schon als „gross“ gelten (vom Hubraum her), in Autos zu verpflanzen, die (relativ) kompakt ausfallen.

Heutzutage wird die Hot-Hatch-Welt fast vollständig von turboaufgeladenen Reihenvierzylindern dominiert (abgesehen von zwei oder drei Ausnahmen). Früher war die Auswahl deutlich bunter - und genau diese Vielfalt machte den Reiz aus. Zwar stellten Vierzylinder (Turbo wie Sauger) weiterhin die Mehrheit, doch es gab - im wörtlichen wie im übertragenen Sinn - Platz für zusätzliche Zylinder.

So gab es nicht nur Hot Hatches mit Reihenvünfzylindern bei Fiat, Ford, Volvo und Audi - als einziger Hersteller hält Audi bis heute daran fest, im RS 3 -, sondern auch besonders „noble“ Varianten mit V6 oder Reihensechszylinder. Mehr Zylinder bedeuteten nicht automatisch den besten Hot Hatch überhaupt, aber diese Modelle zählen bis heute zu den speziellsten Angeboten dieser Gattung. Zeit, sie (wieder) kennenzulernen.

Alfa Romeo 147 GTA

Dass wir mit dem 147 GTA starten, liegt nicht daran, dass diese Liste alphabetisch sortiert wäre - ist sie nicht -, sondern daran, dass er vermutlich der leidenschaftlichste Sechszylinder-Hot Hatch aller Zeiten ist. Der Haupt„schuldige“? Sein Busso-V6, der bis heute als einer der besten V6 überhaupt gilt und zudem mit einer herausragenden Klangkulisse begeistert.

Als er 2002 auf den Markt kam, katapultierten ihn 250 PS aus dem 3,2 V6 an die Spitze der Klasse und sorgten für damals beeindruckende Fahrleistungen: 0 auf 100 km/h in 6,3s und 246 km/h Spitze standen in den Daten. Kraft war reichlich vorhanden - und an der Vorderachse, die allein antreiben musste, merkte man, wie schwer es ihr fiel, alles sauber auf den Asphalt zu bringen. Abhilfe schaffte häufig ein nachgerüstetes Sperrdifferenzial, für das sich viele Besitzer entschieden, um den Vorwärtsdrang des V6 besser zu bändigen.

Volkswagen Golf VR6/Golf R32

Nach der „Durststrecke“ des Golf GTI in der dritten und vierten Generation fehlte dem deutschen Klassiker eine Variante, die seine sportlichen Gene wirklich wieder betonte. Erste Hinweise gab es schon in der dritten Generation mit dem Golf VR6 (1991-1997).

Es waren die ersten Golf mit mehr als vier Zylindern - und damit mit einem deutlichen Plus an Leistung und Performance gegenüber dem damaligen GTI. Los ging es mit 2,8 l, 174 PS und Frontantrieb; zum Ende der Laufbahn standen 2,9 l, 190 PS und Allradantrieb. Dennoch blieb sein Auftritt im Hot-Hatch-Kosmos eher unauffällig, nicht zuletzt, weil zeitgenössische Ausnahmeerscheinungen wie Ford Escort RS Cosworth oder Lancia Delta Integrale auf den WM-Rallyeprüfungen alles überstrahlten.

Die grosse Bühne kam mit dem Golf IV, der bis heute als eine der prägendsten Generationen des Modells gilt - doch wieder enttäuschte der GTI. Zunächst verteidigte der Nachfolger des VR6, nun schlicht V6 genannt, die Ehre: Der 2,8 kletterte dabei auf 204 PS. Was danach folgte, setzte den Golf endgültig auf die Landkarte der Enthusiasten.

Der Volkswagen Golf R32, 2002 als erstes Modell der R-Linie geboren, war tatsächlich etwas Besonderes. Der VR6 wuchs auf 3,2 l, die Leistung stieg auf 241 PS - damit gehörte er zu den stärksten Hot Hatches seiner Zeit.

Emotionen wie der im selben Jahr erschienene 147 GTA mochte er nicht in gleicher Lautstärke „herausschreien“, dafür überzeugte er umso mehr mit Effektivität: Allradantrieb (4Motion) und eine hinten unabhängige Radaufhängung gaben dem Golf jene „Lebensfreude“ zurück, die ihm seit dem Golf II GTI gefehlt hatte. Ausserdem war er das erste Serienauto mit einem Doppelkupplungsgetriebe, der heute allgegenwärtigen DSG - damals mit sechs Gängen -, was ihn noch schneller und souveräner machte: 6,4s reichten für den Sprint auf 100 km/h.

Eine Generation lang blieb der Golf R32 noch im Programm. Der VR6 behielt 3,2 l, die Leistung stieg jedoch auf 250 PS. Der grosse Effekt blieb diesmal aus - auch, weil ein exzellenter und deutlich erstarkter Golf GTI die Aufmerksamkeit auf sich zog. In der folgenden Generation lebte der Golf R zwar weiter, tauschte den Sechszylinder aber gegen eine stärkere Variante des 2,0 l grossen, turboaufgeladenen Vierzylinders aus dem GTI. Einen Golf mit sechs Zylindern gab es danach nie wieder.

SEAT Leon CUPRA 4

Dass der VR6 von Volkswagen auch in anderen Konzernmarken landete, war nur konsequent. Audi setzte ihn unter anderem im TT oder A3 ein - die sportlichen Modellableger S3 und RS 3 griffen allerdings nie zum VR6 - und auch SEAT bekam ihn.

Die erste Leon-Generation basierte auf dem Golf IV, und der VR6 steckte in einer der verschiedenen CUPRA-Versionen. Um dem Golf-Cousin nicht „auf die Fersen zu treten“, blieb es beim 2,8 mit 204 PS, stets kombiniert mit Allradantrieb. Es war der einzige Leon der Geschichte mit mehr als vier Zylindern - trotzdem geriet dieser Hot Hatch mit der Zeit etwas in Vergessenheit.

Warum? Weil wenige Jahre später andere Leon CUPRA mit dem 1,8 Turbo-Vierzylinder auftauchten. Sie überboten nicht nur die Leistung des VR6 - zunächst mit 210 PS, später mit 225 PS -, sondern waren trotz reinem Zweiradantrieb auch schneller, agiler und leichter.

BMW 130i/M135i/M140i

Bis zur dritten und aktuellen Generation waren die BMW 1er im Segment eine Ausnahme. Der Grund: Als einzige setzten sie auf Hinterradantrieb, weil sie sich ihre Plattform mit dem grösseren 3er teilten. Und aus diesem Baukasten kamen auch die begehrten Reihensechszylinder, die die stärksten Varianten des 1er E87 und F20 (erste und zweite Generation) antrieben.

Welche bessere Basis könnte es für einen Sechszylinder-Hot Hatch geben, als ihn mit Hinterradantrieb zu kombinieren?

Im 130i E87 bedeutete das: ein 3,0 l grosser Saugmotor mit 265 PS und sechs Sekunden für 0-100 km/h. Vielleicht der Hot Hatch mit der „reinsten“ Architektur von allen: längs eingebauter Reihensechszylinder, Hinterradantrieb und Handschaltung (eine Automatik war ebenfalls verfügbar). Perfekt war er nicht - bei widrigen Wetterbedingungen war die Hinterachse nicht immer der beste Freund -, doch das Fahrerlebnis blieb im Segment einzigartig.

Dieses Prinzip setzte sich in der zweiten Generation, dem F20, fort. Noch immer auf 3er-Basis bekamen die schärfsten 1er nun das M-Präfix - M135i und M140i - und der Reihensechser zusätzlich einen Turbolader. Das Ergebnis war ein gewaltiger Leistungssprung: erst auf 326 PS (M135i), nach dem Facelift auf 340 PS (M140i).

Je nach Wunsch waren verschiedene Kombinationen möglich: Hinterradantrieb oder Allrad, Handschalter oder Automatik. Unabhängig davon blieb die Performance hoch - und die Beschleunigung auf 100 km/h fiel erstmals unter die Marke von 5,0s.

Volkswagen Beetle RSI

Zurück zu Volkswagen und zum VR6: Im Beetle RSI (2001) fand er seine extravaganteste Ausprägung. Unter der stark veränderten, ikonischen Karosserie - deutlich breiter, und schaut euch diesen Heckflügel an - steckten im Kern Technik und Fahrwerk des Golf R32. Im „Super-Käfer“ leistete der VR6 allerdings 224 PS, die Fahrleistungen lagen dennoch insgesamt auf einem ähnlichen Niveau wie beim normalen Golf R32.

Er ist der seltenste Hot Hatch dieser Liste. Vom Beetle RSI entstanden lediglich 250 Exemplare - für Sammler?

Renault Clio V6

Ist der Renault Clio V6 (2001-2005) überhaupt ein echter Hot Hatch? Schliesslich wurde ein riesiger V6 hinter den Vordersitzen platziert - wodurch er zum Zweisitzer wurde -, was die Vielseitigkeit stark einschränkt, die man normalerweise mit dieser Fahrzeugklasse verbindet.

Trotzdem unterscheidet er sich damit nicht grundsätzlich von den radikalsten Vertretern der Gattung, die eine ähnliche „Allergie“ gegen Rücksitze zeigten: vom Renault Mégane R.S. R26.R bis zum Volkswagen Golf GTI Clubsport S.

Schon der Clio II galt als R.S. als beeindruckend und wird von vielen als einer der besten Vertreter der Hot-Hatch-Rasse angesehen. Der V6 mit Mittelmotor hinten und Hinterradantrieb - eine klare Reminiszenz an den Renault 5 Turbo - brachte zusätzlich eine exotische Note in die Klasse.

Hinter den Sitzen arbeitete der 3,0 V6 PRV: zunächst mit 230 PS; mit dem Facelift des „braven“ Clio stieg die Leistung auf 255 PS. Das Fahrverhalten der ersten Version galt, freundlich ausgedrückt, als heikel… In der zweiten Ausführung wurde das dynamische Potenzial des Clio V6 sauber nachgeschärft - mit mehr Effektivität und besserer Vorhersehbarkeit.

Bis heute eine der faszinierendsten Schöpfungen von Renault Sport.


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