Eine Marke trennt sich nicht jeden Tag von einem Teil ihrer eigenen Historie – erst recht nicht, wenn unter den Fahrzeugen ein Civic Type R EK9, ein Civic mit mehr als 418.000 km oder ein seltener Accord Aerodeck ist.
Genau das passiert nun in Neuseeland: Honda bringt dort 19 Fahrzeuge aus der eigenen Heritage Collection unter den Hammer.
Auktion ohne Mindestpreis: 19 Modelle der Honda Heritage Collection
In den meisten Fällen erfolgt die Versteigerung ohne Mindestpreis. Die gesamten Erlöse gehen an lokale gemeinnützige Organisationen.
Vom Type R bis zum Civic, der „bis“ zum Mond kam
Als prominentestes Los gilt ein Honda Civic Type R (EK9) aus dem Jahr 2000. Der Wagen wurde aus Japan importiert, hat 154.000 km gelaufen und trägt den Farbton Championship White.
Er besitzt weiterhin die markanten roten Recaro-Sitze sowie den frei saugenden 1,6-Liter-B16B-Motor – allerdings mit einem Ansaugsystem und einer Abgasanlage, die nicht mehr dem Originalzustand entsprechen. Ein Modell, das Razão Automóvel bereits testen konnte:
Wer es noch kompromissloser in Richtung Fahrdynamik mag, findet zudem zwei Type R, die ausschliesslich für den Einsatz auf der Rennstrecke aufgebaut wurden (Baujahre 2005 und 2022). Ausserdem ist ein Honda Jazz RS dabei – mit Handschaltgetriebe und mehreren Mugen-Komponenten.
Zu den ungewöhnlichsten Stücken der Sammlung gehört jedoch nicht das schnellste Auto: Ein Honda Civic von 1992 mit 1,3-Liter-Motor und manuellem Getriebe, der beeindruckende 418.563 km auf dem Tacho hat.
Das Fahrzeug hatte seit der Auslieferung nur einen einzigen Besitzer und hat eine Strecke zurückgelegt, die grösser ist als die Distanz zwischen Erde und Mond. Genau deshalb bewahrte Honda diesen Civic über Jahre als Symbol für die Zuverlässigkeit der eigenen Automobile auf.
Ebenfalls Teil des Angebots sind zwei lokal montierte Honda Accord (Baujahre 1989 und 1995), ein seltener Accord Aerodeck von 1987 mit dreitüriger shooting brake-Karosserie, ein Civic GTi – ja, Sie haben richtig gelesen … GTI – aus demselben Jahr sowie ein Honda City von 1988.
Warum verkauft Honda diese Sammlung?
Entgegen naheliegenden Vermutungen hat der Schritt nichts mit einer strategischen Neuausrichtung der Honda-Historienfahrzeuge zu tun. Auslöser ist vielmehr die Schliessung des Honda-Standorts in Nelson.
Standort Nelson: vom Montagewerk zum Logistikzentrum
Das Gelände spielte 46 Jahre lang eine wichtige Rolle für Hondas Geschäft in Neuseeland. Ursprünglich wurden dort Fahrzeuge von British Leyland montiert; ab 1980 wurde die Anlage auf die Fertigung von Modellen der japanischen Marke umgestellt.
1998 endete die Fahrzeugmontage, nachdem Neuseeland Importzölle abgeschafft hatte – lokale Produktion war damit nicht mehr wettbewerbsfähig. Danach diente der Komplex als nationales Distributionszentrum der Marke.
Da das Gebäude nun zum Verkauf steht, hat Honda beschlossen, einem Teil der dort gelagerten Sammlung eine neue Zukunft zu geben. Trotzdem verlässt nicht jedes dort aufbewahrte Fahrzeug den Bestand.
Diese Ikonen bleiben bei Honda
Die besonders emblematischen Exemplare – darunter der ursprüngliche NSX, der S2000 sowie der Integra Type R – bleiben Bestandteil der dauerhaften Honda-Sammlung.
Die übrigen 19 Fahrzeuge gehen über die Plattform Trade Me in die Auktion, wobei 16 bereits zur Gebotsabgabe online sind. Die Auktionen enden am 29. Juli.
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